Sheenas Schreibtagebuch

 

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Wer schreibt, der bleibt

Glücklicherweise sind alle Teilnehmer des zweitägigen Schreibworkshop tatsächlich geblieben, obwohl der erste Tag nicht alle zufrieden stellte. Der zweite hat dann glücklicherweise allen recht viel gebracht. Beim Abschlussfeedback fiel mir ein dicker Stein vom Herzen, da ich das Ganze organisiert und die Referentinnen ausgesucht hatte. Das war für mich nicht der erste Workshop dieser Sorte. Die Tipps, die man dort bekommt, sind meistens sehr brauchbar, und nach der Veranstaltung ist man hoch motiviert. Leider hält dieses Hochgefühl nur sehr kurz an. Schon nach wenigen Tagen ist der alte Schlendrian wieder da, und all die schönen Zeitmanagement-Techniken, das Forschungstagebuch, die Schreibübungen, die Blockaden verhindern helfen, werden gekonnt verdrängt. Allerdings wurde bei diesem Workshop eine gute Methode für Peer-Feedback vorgestellt. Man lädt seine Texte auf eine Plattform, bittet die anderen Community-Member um Feedback und bekommt das ebenfalls dort hochgeladen. So kann jeder zu seiner Lieblingstageszeit arbeiten. Da wir Teilnehmer von vier verschiedenen Hochschulen dabei hatten, halte ich das für die einzig praktikable Möglichkeit, den Kontakt aufrecht zu halten. Klasse Sache.
16.2.07 22:48


Clustering

Als besonders hilfreich hat sich für mich während des Workshops eine Methode erwiesen, die zunächst recht trivial wirkt. Das Clustering. Eine gute Beschreibung findet sich unter:
Arbeitsblätter Clustering
Ausgehend von einem Startbegriff bildet man mehrere Assoziationsketten, die auch untereinander verknüpft sein dürfen. Mit dieser Methode ist es mir in der praktischen Übung dort recht schnell gelungen, den Wust an Informationen, den ich zu der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema "Spiel" im Kopf habe, in Gruppen zu ordnen. Und ich habe auch gesehen, in welchem Verhältnis diese Gruppen zueinander stehen. Die Methode hat zwar tatsächlich Ähnlichkeiten mit dem bekannten Mindmappingverfahren, ist aber weniger rational und kommt mir daher sehr entgegen, da sie einen spielerischen, eher organischen Charakter hat.
18.2.07 16:48


Zeitfresser

Besonders gefährlich für meinen Schreibprozess sind die sogennannten Zeitfresser: fiese, kleine Nebenbeschäftigungen, die sich immer wieder in den Vordergrund drängen. Für die Existenzsicherung sind sie unbedingt notwendig, insofern kann man sie nicht einfach eliminieren. Der einzige Weg, mit ihnen umzugehen, liegt darin, sie in die Tagesphasen zu verbannen, innerhalb derer man weniger Schreibelan hat. Das bedeutet für mich, dass ich in der Zeit von 9-12 Uhr keinen Verwaltungskram erledigen, keine Klausuren korrigieren und keine E-Mails beantworten darf, um mir diesen besonders kreativen Zeitraum nicht täglich zu nehmen.
18.2.07 17:03


Ernüchterung

Nach der Euphorie des Workshops muss logischerweise die Ernüchterung bei der Umsetzung kommen. Und so war es auch. Das, was ich dort so locker von Hand runtergeschrieben hatte und was mir dort auch so wunderbar schlüssig erschien, erwies sich heute als ausgesprochen widerspenstig, als ich versucht habe, es in halbwegs verwendbare, zusammenhängende Argumentationen zu bringen. Sogar an der großartigen Sortierstruktur, die ich meinte, gefunden zu haben, muss ich jetzt wieder zweifeln.
19.2.07 17:13


Zeitplan

Gestern habe ich mir für drei Tage einen Zeitplan gemacht für jede Stunde der Arbeitszeit. Wie geplant sind die ersten Stunden des Arbeitstages jeweils den Tätigkeiten gewidmet, die mit dem Schreiben zu tun haben. Um die Mittagszeit herum kommt der Orga-Kram dran und gegen später werden erst Klausuren korrigiert. Der Plan hat zwei große Vorteile: 1. Unangenehme Arbeiten sind zeitlich begrenzt. Das bedeutet, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich irgendwann etwas anderes tun darf. 2. Lästige Aufgaben, die sich immer wieder ungefragt ins Bewusstsein drängen, haben ihren Platz. Ich muss also die aktuelle Aufgabe nicht unterbrechen, um einen freien Kopf zu bekommen, sondern kann mich darauf verlassen, dass es zum festgeleten Zeitpunkt in Ruhe erledigt werden wird. Bisher funktioniert die Arbeit nach Plan wunderbar.
21.2.07 00:15


Please send your abstract ...

There is only one thing, that is much more worse than writing in german: writing in english. I like to read books in english, but that doesn't help very much. Even so I know, that most of the abstracts from german authors may sound very german, I find it embarassing to express myself in that kind of way. Therefore I decided today to combine my next vacation trip with a language course. It is horrible to avoid international cooperation because of being afraid of speaking or writing in english.
21.2.07 21:41


Die Sache mit dem Realismus

Pläne sollte man immer so realistisch wie möglich gestalten - haben sie gesagt. Und sie hatten wieder mal recht. Dass es nicht sehr realistisch war, für das Wochenende die Korrektur von 30 Klausuren einzuplanen, hatte ich zwar schon befürchtet. Dass ich dann aber keine einzige angeschaut habe, erweist sich im Nachhinein doch als etwas verheerend. Das führt jetzt natürlich dazu, dass in den nächsten Tagen genau das zu kurz kommt, worum es eigentlich geht - exakt: das Schreiben. Eingeplant werden muss jetzt nämlich eine Aufholjagd in Sachen Nebenjobbewältigung. Das bringt uns zu unserem nächsten Thema, das sich mit dem Nein-Sagen beschäftigt. Kennt jemand von Brecht den Ja-Sager und den Nein-Sager? Ich bin gebürtige Ja-Sagerin. Kannst du mal? Ja klar! Hast du mir mal? Ja, kein Problem! Dätsch mer net? Aber sicher, gerne! Kann man sich irgendwo einen selbstschützenden Nein-Reflex nachinstallieren lassen? Der wäre mir einiges wert.
28.2.07 01:00





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